Faktenblatt: Praxen übernehmen Löwenanteil der Versorgung

Ein Großteil der ärztlichen Versorgung findet durch niedergelassene Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen statt. Genau übernehmen diese in ihren Praxen 97 Prozent der Behandlungsfälle, wie ein Faktenblatt der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zeigt. Die Ausgaben sind jedoch eher gering.

Rund 336,4 Milliarden Euro hat die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im letzten Jahr für Behandlungen ausgegeben. Nur 15 Prozent davon entfallen laut KBV-Angaben auf Behandlungsfälle, die von Psychotherapeut:innen oder niedergelassenen Ärzt:innen übernommen wurden. Eine Behandlung in entsprechenden Praxen ist demnach rund 13,5-mal günstiger als ein Krankenhausaufenthalt – 735 Euro/Patient:in vs. 9.945 Euro/Patient:in.

Etwa vier Millionen Ärzt:in-Patient:innen-Kontakte und rund 600.000 Akut- und Notfallbehandlungen werden täglich von den Teams gestemmt. Dabei beschäftigen die knapp 100.000 Praxen mit etwa 790.000 Angestellten mehr Mitarbeitende als die Automobilindustrie.

Das Faktenblatt enthält zudem Beispiele für Einsparpotenziale in der GKV. Demnach könnten rund 58 Milliarden Euro gespart werden, wenn versicherungsfremde Leistungen etwa für Versicherungsbeiträge von Grundsicherungsempfänger:innen oder die Pflegeausbildung aus Steuern finanziert würden. Weitere 8 Milliarden Euro ließen sich durch eine höhere Ambulantisierung sparen.

Zum Faktenblatt: Leistungen und Kosten der ambulanten Gesundheitsversorgung