Der Hartmannbund setzt sich gemeinsam mit zahlreichen weiteren Verbänden, Organisationen und Fachgesellschaften dafür ein, das Verbot des Verkaufs von Nikotinbeuteln hierzulande aufrechtzuerhalten. Das breite Bündnis richtet sich in einem Appell an die Bundesregierung.
„Keine Liberalisierung von Nikotinbeuteln“, lautet die klare Forderung, die sich an Kanzleramtschefin Nina Warken, Landwirtschaftsminister Alois Rainer, Gesundheitsminister Dr. Carsten Linnemann (alle CDU/CSU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) richtet. Auch der Hartmannbund teilt den Appell.
Bisher ist der Verkauf von Nikotinbeutel als sogenannte neuartige Lebensmittel gemäß der Novel Food-Verordnung der EU verboten. Doch vor allem in den Sozialen Medien werden Nikotinbeutel zunehmend als Lifestyleprodukte präsentiert und damit vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene attraktiv gemacht. Knapp jede/r Vierte zwischen zwölf und 25 Jahren hat nach Zahlen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) bereits Erfahrungen damit gemacht. „Wenn wir verhindern wollen, dass eine neue Generation in die Nikotinabhängigkeit hineinwächst, dürfen wir die Verfügbarkeit dieser Produkte nicht weiter erleichtern“, erklärt Dr. Klaus Reinhardt, Vorsitzender des Hartmannbundes und Präsident der Bundesärztekammer.
Die tabakfreien Nikotinprodukte werden zwischen Lippe und Zahnfleisch platziert und das enthaltene Nikotin wird über die Mundschleimhaut aufgenommen. Das Problem: Der Nikotingehalt kann erheblich variieren und mitunter sogar höher ausfallen als bei herkömmlichen Zigaretten. Somit können die Beutel den Einstieg in den Nikotinkonsum bilden und eine Abhängigkeit begünstigen – mit schweren gesundheitlichen Folgen. „Nikotinbeutel sind keine harmlose Alternative zu Zigaretten oder Vapes, sondern zum Teil hoch dosierte Nikotinprodukte mit erheblichem Abhängigkeitspotenzial“, so Dr. Reinhardt weiter.
„Eine Aufhebung des Verbots wäre aus Sicht des Jugend- und Gesundheitsschutzes das falsche Signal“, stellt das Bündnis daher klar und appelliert an die Bundesregierung, entsprechenden Bestrebungen einen Riegel vorzuschieben.
Den gesamten Appell gibt es hier: Appell Nikotinbeutel (14.09.2026)