Reform des Medizinstudiums: Hartmannbund unterstützt Petition

Mit dem Start der Petition „SOS – Stillstand oder Spitzenmedizin?“ hat die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) den Auftakt für eine bundesweite Protestbewegung gegeben, die für eine Reform des Medizinstudiums wirbt. Auch der Hartmannbund unterstützt die Forderungen.

Die Studierenden fordern vom Bund und den Ländern unter anderem das Ende des jahrelangen Reformstaus bei der Ausbildung sowie faire Bedingungen im Praktischen Jahr (PJ). Neben der Petition, die an Bundesgesundheitsminister Dr. Carsten Linnemann, Universitätskliniken und deren Lehrkrankenhäuser, den Medizinischen Fakultätentag, die Gesundheitsminister- sowie die Kultusministerkonferenz, Bundesrat und Bundestag gerichtet ist und noch bis April 2027 unterzeichnet werden kann, steht auch eine Protestwoche bevor. Vom 26. bis 30. Oktober finden bundesweite Aktionen wie Demonstrationen und Co. statt, um auf die Missstände aufmerksam zu machen und die Forderungen durchzusetzen.

Reform des Medizinstudiums: Hintergrund der Kritik

Die bvmd kritisiert, dass das Medizinstudium in Strukturen der 1970er-Jahre feststecke: Veraltete Didaktik und reine Theorie dominieren, während zukunftsorientierte Themen wie Digitalisierung, Primärversorgung und frühzeitiger Praxisbezug fehlen. Die seit Jahren geplante Modernisierung der Approbationsordnung könnte eine bessere Vorbereitung der Studierenden auf Praxis, Niederlassung und den Versorgungsalltag bieten, scheitert jedoch bislang am Finanzstreit zwischen Bund und Ländern. Das soll sich ändern. Und auch beim PJ soll es endlich Verbesserungen geben. Denn bei dieser entscheidenden praktischen Vorbereitung auf den ärztlichen Beruf arbeiten Studierende oftmals 40 bis 60 Wochenstunden – häufig mit geringer oder fehlender Aufwandsentschädigung. „Es ist ein Ausbildungsjahr – keine Quelle billiger Arbeitskraft“, heißt es in der Petition daher.

Die drei Kernforderungen im Überblick:

  • Faire PJ-Vergütung: Gefordert wird die Einführung einer bundesweiten Mindest-Aufwandsentschädigung für die Vollzeitarbeit im Praktischen Jahr, mindestens in Höhe des BAföG-Höchstsatzes.
  • Bessere soziale Absicherung: Absolventen im PJ sollen Anspruch auf zehn zusätzliche Krankentage erhalten.
  • Moderne Approbationsordnung: Die Umsetzung der neuen ärztlichen Approbationsordnung (ÄApprO) soll möglichst zügig erfolgen.

Der Hartmannbund setzt sich seit Langem regelmäßig für die Interessen der medizinischen Nachwuchskräfte ein und unterstützt folglich auch die aktuelle Forderung nach einer modernen, praxisnahen Ausbildung und fairen Rahmenbedingungen im PJ ausdrücklich.

Zur Petition geht es hier: SOS – Stillstand oder Spitzenmedizin? #fairesPJ – Online-Petition