„Negativrekord: Stimmungsbarometer erreicht historischen Tiefpunkt“, heißt es von der Stiftung Gesundheit zur Stimmung der Ärzt:innen im Herbst 2026. Denn die Ergebnisse zeigen: Noch nie war die Stimmung im Berufsstand so schlecht. Zu den Hauptgründen gehören die Reformpläne der Bundesregierung.
Im dritten Quartal 2026 liegt die Stimmung unter den Ärzt:innen bei einem Wert von -48,5. Das sind nicht nur rund 20 Punkte weniger als noch im Frühjahr, sondern dies stellt zugleich den niedrigsten Wert überhaupt seit Beginn der Befragung vor mehr als 20 Jahren dar. Der Stimmungseinbruch zieht sich dabei durch alle Fachgruppen und betrifft sowohl Zahnärzt:innen, Psychologische Psychotherapeut:innen als auch Fach- und Hausärzt:innen. Bei Letzteren ist die Stimmung mit -55,6 besonders schlecht.
Zu den Hauptgründen gehören politische Entscheidungen, gesetzliche Regelungen und Vorgaben der Selbstverwaltung, die als Störfaktoren wahrgenommen werden und sich negativ auf die Gesamtarbeitssituation auswirken (92 Prozent). Aber auch Digitalisierung und Praxis-Administration sind für mehr als die Hälfte Ärgernisse.
Die aktuelle wirtschaftliche Lage schätzt jeweils ein Drittel der Fachgruppen – mit Ausnahme der Psychologischen Psychotherapeut:innen – als schlecht ein. Jeweils rund die Hälfte gibt „befriedigend“ als Einschätzung an. Dagegen sehen die wirtschaftlichen Erwartungen düster aus und liegen bei -80, was ein Minus von 35 Punkten im Vergleich zur letzten Erhebung in Q1 bedeutet. So schätzen die Befragten die wirtschaftlichen Entwicklungen in den kommenden sechs Monaten beinahe konsistent als negativ ein. Je rund neun von zehn Befragten in den Berufsgruppen gehen von einer Verschlechterung der Bedingungen aus (Zahnärzt:innen 60 Prozent).
Das Stimmungsbarometer gibt regelmäßig Auskunft darüber, wie die niedergelassenen Ärzt:innen in Deutschland ihre aktuelle wirtschaftliche Lage einschätzen und welche Entwicklung sie in den kommenden sechs Monaten erwarten. An der Befragung nahmen zwischen 9. und 16. September 2026 insgesamt 941 niedergelassene Hausärzt:innen, Fachärzt:innen, Zahnärzt:innen und Psychologische Psychotherapeut:innen mittels Fragebögen teil.