Die Zahl der Weiterbildungsqualifikationen in den Bereichen Arbeits- und Betriebsmedizin ist auf einem Rekordniveau. Wie aus aktuellen Zahlen der Bundesärztekammer hervorgeht, entscheiden sich immer mehr Ärzt:innen für eine Aus- oder Weiterbildung mit diesem Schwerpunkt.
Demnach ist unter anderem die Zahl der Facharztanerkennungen für Arbeitsmedizin deutlich gestiegen und hat sich seit 2010 mehr als verdoppelt. Allein im Jahr 2025 wurden 301 Anerkennungen gemeldet. Hinzukommt, dass die Zahl der Teilnehmenden an arbeitsmedizinischen Weiterbildungsakademien einen enormen Zuwachs erlebt, sodass zahlreiche Weiterbildungskurse laut den Ärztekammern weit im Voraus ausgebucht sind. Und auch die Anerkennungen für die Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin haben zwischen 2015 und 2025 um über 80 Prozent zugenommen. Die Daten wurden kürzlich in der Fachzeitschrift „Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, Umweltmedizin“ veröffentlicht.
Hintergrund für den Zuwachs ist eine Reform der Weiterbildungsordnung, durch die der Zugang zum Fachgebiet Arbeitsmedizin und zur Zusatzweiterbildung Betriebsmedizin deutlich flexibilisiert wurde. So können beispielsweise frühere Qualifikationen leichter angerechnet werden.
Dies wirkt sich auch auf die Versorgung positiv aus: Für die rund 46 Millionen Erwerbstätigen hierzulande sind durch die Entwicklungen die Voraussetzungen für eine langfristig stabile betriebsärztliche Versorgung gegeben. „Eine starke arbeitsmedizinische Versorgung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, Gesundheit, Beschäftigungsfähigkeit und Teilhabe in einer sich wandelnden Arbeitswelt langfristig zu sichern“, erklärt Prof. Dr. Volker Harth, Vorstandsmitglied im Hartmannbund Hessen. Das gelte vor allem angesichts der veränderten Herausforderungen in der Arbeitswelt mit einem erhöhten Bedarf an betrieblicher Prävention und Gesundheitsförderung.
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