
Unter dem Leitmotiv „Eigenverantwortung, Subsidiarität und Solidarität: Zukunftsfähige Lösungen für ein stabiles Gesundheitswesen“ haben die Teilnehmenden bei der Hartmannbund-Hauptversammlung über zukunftsfähige Lösungen für ein stabiles Gesundheitswesen diskutiert. Eine zentrale Botschaft: Strukturreformen gelingen nur gemeinsam.
Im Mittelpunkt standen das geplante Primärversorgungssystem, die Auswirkungen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes und die Frage, wie Ärzteschaft, Politik und Selbstverwaltung gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln können.
Die wichtigsten Stimmen im Überblick:
Dr. Georg Kippels (Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium): Rief in seinem Grußwort zum engen Dialog zwischen Politik und Ärzteschaft auf. Hausärzt:innen stünden am Anfang des Behandlungspfads, Terminvergaben müssten künftig stärker nach Dringlichkeit erfolgen.
Dr. Klaus Reinhardt (HB-Vorsitzender): Plädierte für eine stärkere Beteiligung der Praxisrealität in der Gesetzgebung. Die Primärversorgung müsse sich am medizinischen Bedarf orientieren und Zeit für Versorgung schaffen. Sein Appell: „Wer die Versorgung stärken will, darf Ärztinnen und Ärzte nicht demotivieren.“ Zur Pressemitteilung
Die Forderung nach einem primärärztlichen System, das über verbindliche Behandlungswege und digitale Werkzeuge die passende Versorgungsebene ansteuert – unter vollständiger Wahrung der ärztlichen Therapiefreiheit –, bekräftigten die Delegierten mit der Verabschiedung einer Hauptresolution.
Nach der Keynote von Prof. Dr. Dabrock debattierten in der anschließenden Podiumsdiskussion (moderiert von Journalist Denis Nößler) gemeinsam mit Prof. Dr. Dabrock Johanna Nüsken (Geschäftsführerin des Bundesverbandes Managed Care e. V.), Andreas Storm (Vorsitzender des Vorstands DAK-Gesundheit) und Dr. med. Moritz Völker (Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands Hartmannbund, Notfallmediziner und Vorsitzender der jungen Ärztinnen und Ärzte (AK V) im Hartmannbund) über Perspektiven für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem.
Stimmen aus dem Plenum und der Diskussion machten deutlich, dass das System grundlegend und sektorenübergreifend neu gedacht werden muss. Gefordert ist aber auch ein Schulterschluss aller Akteure – statt reiner Vorgaben von oben braucht es eigenverantwortliches Handeln.
Die Delegierten haben verschiedene Resolutionen verabschiedet. Im Fokus standen auch dabei vor allem die aktuellen gesetzgeberischen Vorhaben, ebenso die Aus- und Weiterbildung des ärztlichen Nachwuchses.
Zudem wurden der Verhaltenskodex des Hartmannbundes und zwei Positionspapier verabschiedet: „Ethisch-rechtliche Implikationen im ärztlichen Handeln“ und „Ärztliche Weiterbildung mutig denken“.
Die Stiftung des Hartmannbundes hat mit Unterstützung der SIGMA Bank zum zehnten Mal das Hartmannbund-Stipendium an zwei Medizinstudierende vergeben – Margarita Karavainova und Nanook Eis. Das Stipendium ist eine Auszeichnung für sehr gute Studienleistungen und besonderes berufs- und sozialpolitisches Engagement während des Medizinstudiums.
Die Filmemacherin Denise Riedmayr ist am Freitag im Rahmen der Hauptversammlung des Hartmannbundes mit dem diesjährigen Film- und Fernsehpreis für den Film „WHEN PIGS FLY ausgezeichnet worden. Aus mehr als 20 eingesandten Beiträgen ist der bemerkenswerte Film von einer Fachjury ausgewählt worden. Mehr dazu
Dr. Thomas Scholz wurde mit der Plakette des Hartmannbundes ausgezeichnet. Sie ehrt Mitglieder und Mandatsträger, die sich durch erfolgreiche und unermüdliche berufsständische Arbeit und vorbildliche ärztliche Haltung besondere Verdienste um das Ansehen des Hartmannbundes und der deutschen Ärzteschaft erworben haben. Die Hartmannbund-Medaille erhielt Petra Meiners für ihre langjährige Arbeit und die Verdienste im Rahmen ihrer Tätigkeit im Referat Ambulante Versorgung im Hartmannbund.